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Die uralte Eibe von La-Haye-du-Routot

Update zur uralten Eibe von La Haye-du-Routot (Normandie)

Feb. 2016

Letzten Sommer riefen wir auf, die mit Pflanzengift attackierte uralte Eibe von La Haye-du-Routot zu wählen, damit sie bei der Vergabe durch Frankreichs Office National de Forets zum Baum des Jahres gekürt würde. Danke allen für Ihre/eure Teilnahme, mit vereinten Kräften haben wir die Stimmen für diesen Baum tatsächlich mehr als verdoppelt: auf 3.951!

Dennoch hat ein anderer Baum die Lorbeeren gewonnen, aber das macht gar nichts. Erstens zeigt das, dass Interesse und Sympathie für Bäume auch in Frankreich wachsen. Und zweitens zeigt das Ergebnis den Politikern in La Haye-du-Routot auch so, dass der Welt ihre uralten Eiben nicht egal sind.

Leider haben wir Nachrichten erhalten, dass seither weitere Äste am Absterben sind. Man kann nur hoffen, dass dort niemand auf die Idee kommt, den Baum nun zu düngen, denn Dünger vermindert die Resistenzfähigkeit solcher Bäume. Man sollte die Eibe nun in Frieden lassen und ihr Zeit geben, sich selbst zu heilen.

 

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July 2015

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Aufruf, eine uralte Eibe zu retten

Der hohle Stamm der alten Eibe. © Wim Peeters

Das Dorf La Haye-du-Routot (Dept. Eure, Frankreich) ist berühmt für seine Kirche mit zwei uralten Eiben. Eine hat einen kompletten Altar für die Jungfrau Maria in ihrem hohlen Stamm, die andere besitzt eine schmale Tür, die zu einer kleinen Baumkapelle führt.

Im Herbst 2013 begann ein ganzer Teil dieses zweitgenannten Baumes, abzusterben, was durch die toten, braunen Nadeln sehr offensichtlich wurde. Die Analyse durch das SNS Multilab Rouen enthüllte den extrem hohen Gehalt von 14 mg/kg Glyphosat in den braunen Nadeln. Glyphosat ist ein Unkrautvernichtungsmittel, das Bäumen sonst nicht schadet, weil es nicht über die Wurzeln wirkt, sondern nur direkt über die grünen, oberirdischen Teile der Pflanze. Um solch ein Schadensbild wie hier hervorzurufen, muss das Gift entweder auf die Krone gesprüht oder durch ein Bohrloch in eine Hauptwurzel injiziert worden sein.

Nach Informationen, die der Ancient Yew Group (AYG, "Uralte Eiben-Gruppe") zugespielt wurden, geschah diese absichtliche Vergiftung höchstwahrscheinlich durch einen Grundstücksbesitzer, dessen Garten direkt an das Kirchengelände grenzt. Die örtliche Polizei hat ihn verhört, pflegt aber leider selbst die altbekannte Gleichgültigkeit à la "Was soll's, ist doch nur ein Baum!".

Die guten Nachrichten: Immerhin wollen die örtlichen Behörden den Baum nicht fällen, "weil er ja stirbt" (das übliche Argument), sondern ihm Zeit geben, um sich zu regenerieren. Die wird er brauchen!

Es bildete sich eine kleine örtliche Bürgerinitiative, Les Amis des Ifs ("Die Freunde der Eiben"), die seither einige Events zur Bewusstwerdung des dörflichen Baumschatzes organisiert hat. In ihrer Öffentlichkeitsarbeit macht sie darauf aufmerksam, dass es in Frankreich gerade mal 27 vergleichbare uralte Eiben gibt (in Deutschland keine einzige).

Die dortigen Aktivisten haben es auch geschafft, ihre bedrohten Eibe in die Wahl von Frankreichs Baum des Jahres einzubringen. Und überraschenderweise scheint die Website der Jury auch Wähler aus dem Ausland zu akzeptieren.

Die Idee dieser Mitmachaktion ist es, dem Baumfrevler (und der Polizei) dort zu zeigen, wie viele Augen nun auf sie gerichtet sind! Die Zeiten haben sich geändert, aufgewacht!

Hier geht's zur Wahl, um der uralte Eibe von La Haye-du-Routot zu helfen.

 

chapel yew at La Haye-du-Routot, August 2013. © Wim Peeters

Weitläufig absterbende Krone der Kapellen-Eibe im August 2013. © Wim Peeters

chapel yew at La Haye-du-Routot, August 2013. © Wim Peeters

Weitläufig abgestorbene Krone der Kapellen-Eibe im April 2014. © Wim Peeters

 

Mehr über diesen Eibenstandort im Archiv der Ancient Yew Group (AYG)

 

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