Sie sind hier

Startseite

Gute Nachrichten für Baum und Mensch!

Guarani-Kinder, die in den Zuckerrohrfeldern arbeiten müssen. © Survival International
Juni 2012

Teil-Erfolg für Indios gegen Shells Biokraftstoff-Pläne

Eine von Shell in Brasilien gegründete Biokraftstoff-Firma läßt nun endgültig von umstrittenen Plänen ab, Zuckerrohr von den Indios gestohlenem Land zu beziehen, dank einer dynamischen Kampagne der Indios und der Hilfsorganisation Survival International. Die besagte Firma, Raizen, wurde 2010 als ein Joint Venture von Shell und dem brasilianischen Ethanolgiganten Cosan gegründet, um Biokraftstoff aus Zuckerrohr zu erzeugen. Aber ihr Zuckerrohr wächst teilweise auf Land, das dem Guarani-Stamm gehört, einem der am stärksten verfolgten und daher verarmten Stämme in Südamerika. Ihre Führer wurden wiederholt von Bewaffneten erschossen, die für die Zuckerrohrfarmer oder Rinderzüchter arbeiten, die ihnen fast all ihr Land genommen haben. Nun hat Raizen zugestimmt, kein Zuckerrohr mehr von Flächen zu beziehen, die vom Justizministerium indigenen Völkern zugesprochen werden.

Quellen: REDD+ Monitor

Gedankenvoller Hüter. © The African Biodiversity Network
April 2012

Hüter heiliger Stätten in Afrika vereinen sich

Traditionelle Hüter heiliger Stätten aus vier afrikanischen Ländern (Äthopien, Kenia, Südafrika und Uganda) trafen sich am 28. April in Kenia, um allgemeine Richtlinien für alle traditionellen Hüter zu erarbeiten, die ebenfalls für die Erhaltung ihrer Stätten kämpfen. Zitat aus der Einleitung der Richtlinien:

"Wir sind sehr besorgt um die Erde, denn sie leidet unter zunehmender Zerstörung, trotz all der Diskussionen, internationalen Konferenzen, Berichte und Statistiken sowie Warnzeichen von der Erde selbst.

Die Zukunft unserer Kinder und der Kinder aller Spezies der Erde ist bedroht. Wenn diese letzte Generation unserer Ältesten stirbt, werden wir das Wissen, wie man achtungsvoll auf diesem Planeten lebt, verlieren, falls wir nicht von ihnen lernen. Die Generation, die jetzt lebt, trägt eine Verantwortung wie nie zuvor eine Generation vor ihr. Unser Vermögen, die gegenwärtige Geldsucht davon abzuhalten, die Lebensbedingungen und die Gesundheit unseres Planeten zu zerstören, wird die Zukunft unserer Kinder bestimmen.

Wir ersuchen die Regierungen, Firmen, Gesetzesgeber und die Zivilgesellschaft, anzuerkennen, dass Afrika Heilige Stätten hat und Hüter, die sie beschützen, um das Wohl des gesamten Planeten zu sichern."

Auf ihrem Treffen formulierten die Hüter vierzehn "allgemeine überlieferte Gesetze für heilige Stätten". Der vollständige Text kann hier gedownloaded werden (englisch, 140 Kb)

Quelle: The African Biodiversity Network

Siehe auch: Erfassung heiliger Stätten als Schutzmaßnahme, Schutz heiliger natürlicher Stätten weltweit, "Heilige Stätte" wird anerkannter Begriff

Logo der Billion Tree Campaign
Dez 2011

Billion Tree Campaign für die junge Generation

Am 7. Dezember 2011, zum Ausklang des "Internationalen Jahres der Wälder", übergab die UNEP (UN Environment Programme, die Umwelt-Organisation der UNO) die "Billion Tree Campaign" ("eine-Milliarde-Bäume Kampagne") in die Verantwortung der Plant-for-the-Planet-Kinder.

Die Billion Tree Campaign wurde inspiriert von Wangari Maathai und 2006 verwirklicht durch die UNEP. Durch die Kampagne wurden Baumpflanzprogramme auf allen Kontinenten möglich. Der einemilliardste Baum, eine Afrikanische Olive, wurde im November 2007 in Äthiopien gepflanzt. 2008 wurde das Ziel auf 7 Milliarden Bäume erhöht.

Die Kampagne fand viel Unterstützung in der Wirtschaft, Regierungen und verschiedenen Organisationen, darunter die World Organization of the Scouts Movement, und die UNO Friedensmissionen.

Plant-for-the-Planet war seit 2007 Mitglied der Billion Tree Campaign. Unter ihrer Organisation pflanzten Kinder weltweit Millionen von Bäumen. Die Übergabe der Campaign von New York nach Tutzing symbolisiert die Anerkennung des Anspruchs der Jugend auf ihre Zukunft. Nun passen Kinder auf, dass auch die Erwachsenen weiterhin Bäume pflanzen und nicht ihrem Lieblingsspiel, der Korruption, nachgehen.

Zur Zeit ist das Ziel 13 Milliarde Bäume.

Quelle: Billion Tree Campaign
Scouts
string: Bewegende UNO-Rede von Felix Finkbeiner

Shigeatsu Hatakeyama. © Ryo Murakami/UNU
Dez 2011

Wälder "aktivieren" die Küstenmeere

Schon vor Jahrzehnten hat der Meeres-Chemiker Katsuhiko Matsunaga von der Hokkaido Universität in Japan entdeckt, dass die Verwesung von Baumblättern gewisse Säuren freisetzt, die im küstennahen Meer die Bildung von Plankton fördern. [1]

Dies wurde von dem japanischen Fischer Shigeatsu Hatakeyama in die Praxis umgesetzt, als er eine Austernfarm von seinen Eltern erbte. Das Wasser der Kesennuma Bucht in Miyagi, Japan, war jedoch seit einem Ausbruch roter Algenblüte für Austern nicht mehr geeignet. Auf einer Frankreichreise 1984 sah Herr Hatakeyama gesunde Austern im Mündungsgebiet der Loire und bemerkte den dichten Laubbaumbestand flussaufwärts. Er verstand den Zusammenhang und erkannte den positiven Effekt von Wäldern auf das Gleichgewicht und die Artenvielfalt des Meeres.

Zurück in seiner Heimat organisierte er 1989 die erste Mori wa Umi no Koibito ("Wälder sind Liebhaber des Meeres")-Kampagne: Zusammen mit anderen Fischern pflanzte er Laubbäume am Lauf des Okawa-Flusses, um den Giftstoffeintrag ins Wasser zu vermindern. Diese Wiederaufforstungsaktivitäten wurden zu einem jährlichen Ereignis und sind seither beständig gewachsen – bisher wurden 50.000 Bäume gepflanzt. Das führte zu einer regionalen Initiative zur Bewahrung der Natur, die auch Entwässerungsanlagen einschließt sowie die Förderung von biologischem Landbau. [2] [3]

Herr Hatakeyama widmet sich seit über 20 Jahren der Entwicklung des Waldes, der den Okawa rein erhält und seine Austern gesund. Hatakeyama ist inzwischen als "Großvater Auster" bekannt.

2009 startete er ein weiteres Projekt: Das "Wälder sind Liebhaber des Meeres"-Programm, das sich auf praktische Lernerfahrungen für Kinder konzentriert und ihnen das Meer und den Wald näherbringt.

Im Rahmen des UN International Year of Forests 2011 hat Hatakeyama nun einen Forest Heroes Award erhalten.

Quellen:
[1] Jim Robbins, Why Trees Matter, NY Times, 11. April 2012
[2] Asia & Japan Watch
[3] UN Forest Heroes Award

Felix Finkbeiner bei seiner Ansprache der UNO. © Plant-for-the-Planet
Feb 2011

Bewegende UNO-Rede von Felix Finkbeiner

2011 wurde von der UNO zum Internationalen Jahr der Wälder erklärt. Auf der Eröffnungsfeier in New York wandte sich der 13jährige Felix Finkbeiner an die UNO-Versammlung, um von den Erwachsenen zu fordern, sich besser um die Erde zu kümmern und den jüngeren Generationen dadurch eine Zukunft zu gewährleisten.

Felix war erst neun jahre alt, als er 2007 in seiner bayerischen Heimatstadt die Kinder-Initiative Plant for the Planet gründete. Plant for the Planet wuchs schnell zu einer weltweiten Bewegung heran, die in ihren ersten viereinhalb Jahren über 3,8 Millionen Bäume pflanzte.

Die Rede auf UN Media (9 Min., englisch)

Kommentar von Fred Hageneder: "Einigen Betrachtern mag es so erscheinen, als ob der Saal zu Felix' Rede halb leer sei. Für mich hingegen ist er halb voll. Mein Maßstab ist eine Rede, die etwa fünf Jahre zuvor stattfand, als die UNO erstmals und endlich den indigenen Völkern der Welt ein wenig Redezeit zugestand. Über 5.000 indigene Völker der Welt, die Mehrzahl von ihnen durch Ökozid oder gar Genozid bedroht, erhielten ganze fünf Minuten Rederecht. Als Botschafter wählten sie einen etwa zwölfjährigen Jungen aus Zentralamerika. Seinem bewegenden Auftritt war nur geringe Teilnahme, offensichtliche Langeweile und Ignoranz beschert. Die Kamera zeigte Delegierte, die auf Papier herumkritzelten, mit den Fingern tippten oder ungeduldig auf die Uhr sahen. Die Aufnahme zu sehen war eine Tortur. Daher bin ich recht glücklich mit der Resonanz, die Felix hier erhielt. Die Zeiten wandeln sich doch!"

string: Billion Tree Campaign für die junge Generation

Nebelwald am Vulkan Santa María, oder Gagxanul, eine sacred natural site in Guatemala. © Bas Verschuuren
Okt 2010

Schutz heiliger natürlicher Stätten weltweit

"Heilige natürliche Stätten [sacred natural sites] tragen zum Arten- und Lebensraumschutz bei, aber auch zum Fortbestand kultureller Praktiken", sagt Bas Verschuuren, Vize-Vorsitzender der Specialist Group on Cultural and Spiritual Values of Protected Areas, einer Unterabteilung der IUCN (International Union for Conservation of Nature, der größten und ältesten Naturschutzorganisation der Welt) und Koordinator der Sacred Natural Sites Initiative.

"Die meisten existentiellen Bedrohungen – Tourismus, Industrialisierung und Verstädterung –, denen sich die heiligen natürlichen Stätten der Welt gegenübersehen, gefährden nicht nur die kulturellen und biologischen Werte, sie schwächen auch die besondere Beziehung, die die Menschen dieser Orte typischerweise zur Natur haben. Dies ist unschätzbar wertvoll nicht nur für die betroffenen Länder sondern auch für die Menschheit als Ganzes."

Verschuuren ist der Chef-Herausgeber eines neuen Buches, Sacred Natural Sites: Conserving nature and culture, welches vom IUCN auf der Convention on Biological Diversity in Nagoya, Japan, vorgestellt wurde. Die Veröffentlichung ist Teil eines Programms, das von der IUCN und ETC-COMPAS (Endogenous Development and Biocultural Diversity) organisiert wird, um die Bedeutung heiliger natürlicher Stätten für die Erhaltung von Kultur und Natur bekannterzumachen.

Guidelines Cover

Außerdem gibt die IUCN Specialist Group zusammen mit der UNESCO ein Heft heraus mit dem Titel Sacred Natural Sites: Guidelines for Protected Area Managers, ("Heilige natürliche Stätten: Richtlinien für Vorsteher von Schutzgebieten"). Eine englische, spanische, russische, französische, estländische, japanische und koreanische Version steht zum Download bereit. (Übersetzer für weitere Sprachen werden gesucht.)

Buddhistische Mönche in Nordwest-Kambodscha weihen einen Baum. © Equator Initiative
Okt 2010

Buddhistische Mönche weihen Bäume zu Mönchen

Als Antwort auf um sich greifende Entwaldung haben Mönche der Samraong Pagode den gesetzlichen Schutz von 18.261 Hektar immergrünen Waldes in Nordwest-Kambodscha erworben. Sie haben Wachtruppen eingerichtet, die Waldgrenzen markiert und die örtlichen Gemeinden ökologisch sensibilisiert. Um die Einhaltung des Gesetzes durchzusetzen, haben die Mönche einzigartige Ansätze entwickelt, die auf buddhistischen Prinzipien beruhen und die Kraft demonstrieren, die in der Verbindung von Naturschutz und alten Bräuchen und Religion liegt. [1]

Nach buddhistischer Lehre (insbesondere des Lotos-Sutra) kann der Buddha jegliche Form annehmen, um Teile der Welt vom Leiden zu befreien – auch die Gestalt eines Baumes. Daher haben die Mönche, in Zusammenarbeit mit der Alliance of Religions and Conservation (ARC), Bäume zu Mönchen geweiht, um sie vor den illegalen Fällungen zu bewahren. Durch einen derart geweihten und in eine orangefarbene Robe gekleideten Baum wird dieser unantastbar. Der Wald, in dem er steht, wird ebenfalls zu einem geweihten und geschützten Gebiet. [2]

Für diesen effektiven Naturschutz haben die Mönche der Samraong Pagode 2010 den "Äquator-Preis für hervorragende Gemeinschaftsarbeit zur Erhaltung der Artenvielfalt" erhalten. Die Auszeichnung wird vom UN Development Programme (UNDP) gestiftet.

Der Gemeinschaftswald der Mönche ist nun der größte Gemeinschaftswald Kambodschas. Baumfällungen und die Jagd sind verboten, aber die Dorfbewohner dürfen weiterhin traditionelle Fischfangmethoden anwenden, Totholz sowie Bambus, wilden Ingwer, Früchte und Pilze sammeln. Die illegalen Fällungen sind drastisch zurückgegangen.

Video und Bericht als Download hier

Quellen:
[1] Equator Initiative
[2] Martin Palmer, "Sacred Life of Trees", ARC Downloads

Kondh-Kinder schaukeln in Bäumen. © Survival International
Aug 2010

Indischer Bergstamm gewinnt gegen Bergbau-Giganten

Die Dongria Kondh haben eine historische Schlacht zur Rettung ihres Stammesgebietes und seiner Wälder am Niyamgiri Mountain in Ost-Indien gewonnen. Ihr Widerstand gegen den Bauxit-Abbau wurde zu einem Test darüber, ob ein kleiner zurückgedrängter Stamm einer multinationalen Firma mit ihrer Armee von Rechstanwälten, Lobbyisten und PR-Agenturen die Stirn bieten kann. Der Eindringling, der am Fuße des heiligen Berges bereits eine Aluminium-Raffinerie errichtet hat, ist die britische Firma Vedanta Resources, Börsenwert 8 Mrd. US-Dollar.

Die Dongria Kondh wurden durch Survival International unterstützt, eine 1969 in London gegründete internationale Hilfsorganisation für indigene Völker. Medienbeistand gab es von Prominenten wie Michael Palin, Joanna Lumley, Colin Firth und James Cameron – wegen letzterem begann die Presse, vom "echten Avatar-Stamm" zu sprechen. (Tragischerweise gibt es viele davon!)

Der Sieg der Dongria Kondh ist allerdings gefährdet; gegenwärtig liegt der Fall Indiens oberstem Gerichtshof vor.

News dazu bei Survival International.

Logo der Agence Panafricaine de la Grande Muraille Verte
Juni 2010

Afrikas Grüne Mauer im Sahel

Die Grüne Mauer im Sahel (franz. Grande Muraille Verte, engl. Great Green Wall) ist ein Projekt , um die Ausdehnung der Sahara an ihrer Südgrenze zu stoppen. Der transkontinentale Gürtel soll 15 km breit und 7.775 km lang werden und völlig aus Bäumen bestehen. Das ergibt die Wiederaufforstung einer Fläche von 15 Millionen Hektar Land.

Dieses Projekt der Afrikanischen Union wird gefördert vom Global Environment Facility (GEF).* http://www.thegef.org/gef/ Eine überstaatliche Agentur wurde gegründet, um die effektive Implementierung des Projektes in den elf betroffenen Ländern zu gewährleisten.

* Die Global Environment Facility (GEF) ist eine unabhängige finanzielle Organisation, die sich globaler ökologischer Probleme annimmt. Ihr gehören 182 Regierungen sowie internationale Institutionen, nicht-regierungs-Organisationen und private Firmen an. Laut ihrer Website ist die GEF der weltgrößte Financier globaler Naturschutzprojekte, die bisher 8,8 Mrd. US$ gespendet hat, was weitere 38,7 Mrd. US$ Co-Finanzierung bewirkte; diese Gelder kamen 2.400 Projekten in 165 Ländern zugute.

Landkarte Sahel

Am 17. Juni 2012 gab die GEF bekannt, daß Afrikas Grüne Mauer nun mit 119 Mio. US$ gefördert wird. Das Projekt hatte lange nach Förderung gesucht; es war 2005 entstanden. Die Idee erschien erstmalig 2002 und kann auf Projekte des Präsidenten von Burkina Faso, Thomas Sankara, zurückgeführt werden, die die Desertifikation bekämpfen sollten. Die ursprüngliche Inspiration stammt vom (eher dezentral organisierten) Green Belt Movement, das von der Nobelpreisträgerin Wangari Maathai, initiiert wurde, sowie von Chinas Grüner Mauer (siehe baum-news Jan. 2010).

Quelle: Great Green Wall website
Earth911.com

 

Tamarisken (Tamarix articulata) in der Sahara. © RosaFrei/istockphoto.com
Jan 2010

Chinas Grüne Mauer wächst

Die Grüne Mauer Chinas ist das größte Aufforstungsprojekt der Menschheitsgeschichte. Bei der "Mauer" handelt es sich um einen Waldgürtel von 4.500 km Länge, der die zunehmende Verwüstung ganzer Regionen aufhalten soll. Die durch Desertifikation bedrohten Gebiete entsprechen 28% der Fläche Chinas. Das betrifft auch die Lebensgrundlagen von etwa 100 Millionen Menschen. Riesige Sandstürme gehen weit über die Grenzen der Wüste Gobi im Norden Chinas hinaus. In Peking ist die Durchschnittstemperatur durch die Wüstenhitze bereits um einige Grad Celsius gestiegen. Auch Japan, Nordkorea und Südkorea leiden unter den Sandstürmen aus China.

Die Gründe der Desertifikation sind, wie in anderen Kontinenten auch, anthropogen (durch menschlichen Einfluss verursacht):
zunehmende Landnutzung überfordert den Boden, dem sie Nährstoffe und Struktur entzieht;
• durch Überweidung und Abholzung nimmt der spärliche Pflanzenbewuchs ab, dadurch verliert der Boden an Festigkeit und wird der Erosion durch Wind und Regen ausgesetzt;
• die Industrialisierung hat seit der Gründung der Volksrepublik 1949 einen stetigen und steigenden Hunger nach Brennholz gezeitigt, der durch vermehrte Abholzung gedeckt wurde (bis 1978 war die Waldfläche Chinas von 8% auf 5% gefallen!);
• der steigende Wasserverbrauch von Industrie, Landwirtschaft und einer wachsenden Bevölkerung trägt ein übriges zur Verwüstung riesiger Gebiete bei.

Wälder gelten generell als die beste Möglichkeit, die Verwüstung ganzer Regionen aufzuhalten.
Die Arbeit an Chinas Grüner Mauer begann 1978. Bisher wurden in dreizehn Provinzen Chinas Schutzwälder angelegt, die insgesamt eine Fläche von 220.000 Quadratkilometern bedecken. Das hat den Sandtransport der Stürme bereits um 200 Mio. Tonnen pro Jahr verringert. Doch ein erstes Schrumpfen des Flächenzuwachses der Wüsten konnte erst zwischen den Jahren 2000 und 2004 festgestellt werden.
2009 erreichte China durch die Wiederaufforstung einen Waldanteil von 18% der Fläche des Landes.
Bis 2050 soll die Grüne Mauer ihren vollen Umfang von 350.000 Quadratkilometern erreicht haben.

Da Monokulturen starke Anfälligkeit gegen Schädlingsbefall und Krankheiten haben, werden vornehmlich Mischwälder angelegt. Aber auch Ackerflächen sind Teil der Grünen Mauer. Das chinesische Volk ist zur direktem Teilnahme verpflichtet: Gesetzlich muss jeder chinesische Bürger zwischen 11 und 60 Jahren pro Jahr drei bis fünf Bäume anpflanzen (oder ein Bußgeld zahlen).

Im Jahre 2003 begann China eine Strukturreform für Forstbetriebe. Nun können einzelne Bauern Waldgebiete pachten und ihre Rechte durch Urkunden sichern. Die Pächter sind jetzt als Eigentümer der Bäume eingetragen, die sie selbst angepflanzt haben. Unter gewissen Auflagen dürfen sie diese jungen Wälder bewirtschaften. Somit hat die Reform für die Bauern einen Anreiz geschaffen, in Baumpflanzungen zu investieren. [1]

Besonders erwähnenwert im Kampf gegen die Wüste ist die Gattung Tamarix. Die Tamariske wird auch Gardesoldat der Wüste genannt, weil sie gegen Sandstürme resistent ist und auch auf Salz- oder Kalkböden gedeiht. Bereits in den 1960er Jahren hat der Pflanzenforscher Prof. Liu Mingting diese Gattung erforscht, gezüchtet und auf 100.000 Hektar versandeten und versalzten Boden im Kreis Kashgar (Xinjiang) gepflanzt. Seither hat sich der Grund dort wieder in fruchtbaren Boden verwandelt, es werden Mais und Baumwolle angebaut und das Pro-Kopf-Einkommen ist um das Vierfache gestiegen. [2] (Vergl. baum-news Juni 2009: Amazonas-Entwaldung bringt keine Lebensverbesserung).

Quellen:
[1] Wikipedia: Chinas Grüne Mauer
[2] China.org: Ein Tamarisken-Forscher
Siehe auch: baum-news: Afrikas Grüne Mauer im Sahel

Seiten